Die Hitze macht nicht nur den Menschen, sondern auch den Tieren sehr zu schaffen. Wie schon berichtet, haben wir in diesem Jahr sogar zwei Rauchschwalbennester. Die erste Brut des alten Schwalbenpaares,das sein Nest von den Vorjahren nutzen konnte, ist noch ganz gut davongekommen. Alle vier Jungen sind flügge geworden. Bei dem jungen Paar hat die Brut erst etwas später begonnen, weil es ja erst ein Nest bauen musste. Am zweiten Juli sind dann diese Jungen aus dem Nest geflogen, weil es unter dem Vordach unerträglich heiß war. Die Kleinen konnten aber noch gar nicht fliegen und saßen ganz erschöpft in der Hofeinfahrt. Sämtliche älteren Schwalben haben sie bewacht und die Katzen attackiert. Die haben sich auch tatsächlich nicht in die Nähe getraut. Wie viele der vier Kleinen überlebt haben, weiß ich nicht. Gestern nun lagen von der zweiten Brut des älteren Paare drei Kleine tot unter dem Nest, ein viertes lag noch zwei Meter weiter entfernt. Und als ich das Nest kontrolliert habe, war darin sogar noch das größte von allen, ebenfalls tot.

Ich habe schon überall auf dem Garagendach flache Schalen mit Wasser aufgestellt, wo die Katzen keinen Zugang haben, aber es muss für die Tiere auch zu heiß sein. Das Dach aus Teerpappe heizt sich stark auf.
Gestern Abend und in der Nacht hatten wir nun endlich Regen. Das Schwalbenpaar flog heute schon wieder eifrig ein und aus. Vielleicht brüten sie noch einmal. In guten Jahren haben sie es auf drei erfolgreiche Brutgenerationen gebracht. Es gab aber auch schon Jahre, da war die letzte Brut noch nicht flügge, wenn alle anderen Richtung Winterquartier aufgebrochen sind. Die wurden dann einfach ihrem Schicksal überlassen.
So schnell geht das: Gerade ausgeschlüpft, schon fliegen sie mit den Eltern umher.

Ich denke, in diesem Jahr haben nicht nur die Eltern gefüttert, sondern auch die Geschwister vom vergangenen Jahr. Es flogen fast pausenlos Futterbringer ein und aus. Es sind erstaunlich viele Schwalben in der näheren Umgebung.
Vor einigen Tagen war ich mir nicht sicher, ob wir dieses Mal kleine Schwalben bekommen werden. Jetzt sind mindestens drei Jungvögel im Nest.

Wir haben vor genau 15 Jahren unser Haus bezogen. Gleich im ersten Jahr bauten zahlreiche Mehlschwalben ihre Nester unter dem Hausdach. Leider wurden es immer weniger Brutpaare, nachdem wir etwa 30 cm unterhalb der Nester ein Brett angebracht hatten, um nicht ständig Gefahr zu laufen, von einem Häuflein getroffen zu werden. nun haben wir aber seit mindestens acht Jahren ein Rauchschwalbennest im hinteren, separaten Teil der Garage. Dort bewahren wir unsere Gartengeräte und einige Fahrräder auf.

Die brütende Schwalbe ist also an uns gewöhnt, da man ja manchmal ihren “Stall” betreten muss. Allerdings spreche ich sie immer an, um sie nicht zu erschrecken. Die Jungen der letzten Jahre habe ich oft im Nest fotografiert. So sind sie wirklich nicht sehr scheu. Gestern allerdings kamen mir doch Zweifel, ob in diesem Jahr überhaupt in dem Nest gebrütet wird. Die Schwalbe flog nicht auf, war auch wegen der guten Polsterung nicht zu sehen. Also fasste ich mal kurz in das Nest, um festzustellen, ob Eier darin wären - und berührte den warmen Körper des brütenden Vogels, ohne dass er wegflog.
Nun hatte ich mir schon oft Gedanken gemacht, wo wohl die Jungen ihr Nest bauen würden, denn unsere Schwalben haben in jedem Jahr durchschnittlich acht Junge großgezogen. Auch wenn sie nicht alle den Flug ins Winterquartier und zurück überstehen, müssten doch ein paar übrig bleiben, die ein neues Nest bauen müssen. Ein Solches haben wir nun seit ein paar Tagen unter der Überdachung unserer Außentreppe.

Der Spatz hat seine Unachtsamkeit mit dem Leben bezahlen müssen.
Gerdas Freude über den Jagderfolg ist nicht zu übersehen.
